Die Antwort Bündnis 90 / Die Grünen

Sehr geehrte Frau Prinz,

gerne möchte ich auf Ihre Fragen, bezüglich der Windkraftanlage im Laufenburger Wald, eingehen.

Wir haben uns intensiv mit dem Thema Windkraftanlagen im Wald beschäftigt und wägen jeden Fall aufs Neue ab, denn Naturschutz ist uns als Grüne Partei natürlich außerordentlich wichtig, aber auch der Klimaschutz ist nicht zu vernachlässigen.

Wir Bündnis 90 / Die Grünen haben uns als Ziel gesetzt, in Stolberg eine nachhaltige Grüne Politik zu betreiben.

Im Flächennutzungsplan sind die gerodeten Waldflächen noch nicht geregelt. Erst am Ende des Prozesses ergeben sich die Flächen durch das BImschG-Verfahren.  Der Investor muss einen BImschG-Antrag stellen, dieser muss durch die Städteregion Aachen genehmigt werden und nicht  durch die Stadt Stolberg. Es wird nochmals ein weiteres Gutachten eingeholt und der Investor muss die exakten Pläne vorlegen, in denen auch enthalten sein muss wie viele Bäume gefällt werden. Voraussichtlich kann man Ihnen bei der nächsten Bürgeranhörung im Zinkhütterhof zu diesem Thema schon näheres sagen.

Für jeden gefällten Baum muss ein Ausgleich geschaffen werden, bei dem wir natürlich auch genau hinschauen werden. Nicht nur für die zu bebauende Fläche wird es einen Ausgleich geben auch für die Wege. Der Ausgleich wird mindestens den gleichen ökologischen Wert haben, oft ist der Ausgleich sogar ökologisch wertvoller.

Der Schutz bedrohter Tierarten ist uns sehr wichtig. Soweit uns bekannt ist, befinden sich jedoch keine bedrohten Tierarten in dem betroffenen Gebiet. Im Rahmen des Verfahrens wurde ein unabhängiges Gutachten des Büros Rasikin erstellt. Auch wenn dies nicht von der Stadt Stolberg in Auftrag gegeben wurde, lässt es uns zu dem Entschluss kommen das Projekt weiter mit gutem Gewissen zu unterstützen. Ich sehe auch keinen Widerspruch bezüglich der Biodiversitätsstrategie. Das betroffene Gebiet ist nicht besonders wertvoller aus  ökologischer Sicht im Vergleich zu einer Wiese.

Ich hoffe, Ihre Fragen sind damit zunächst ausreichend beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen

Dina Graetz

13 Gedanken zu „Die Antwort Bündnis 90 / Die Grünen“

  1. Ich weiss, dass es momentan schwierig ist, alle Seiten zufrieden zu stellen. Eine Politik, die nur darauf ausgelegt ist, Stimmen zu fangen, ist m-E. nach total falsch. Ich kenne auch die vielen Nachteile der Windkraftanlagen, weiss aber auch, dass wir ohne eine Veränderung und wirklich starken Klimaschutz, bald überhaupt keine Tiere mehr HABEN WERDEN, die es zu schützen gilt. Tiere sterben nicht mehrheitlich durch Windräder und deren Bau aus, sondern durch ein verändertes Klima. Wir müssen uns also schon- und das sehe ich hier nicht wirklich- damit auseinander setzten, was Vorrang hat. Ja, Tierschutz ist wichtig, aber mir scheint, dies ist der Teil, der hier eigentlich nur besprochen wird. Ich halte es für kindisch, einer Partei die Stimme zu entziehen, weil sie sich für das eine Gute, aber nicht für ZWEI gute Sachen gleichzeitig einsetzen kann. Ich hoffe, dass alle, die hier so schimpfen, auch im wirkliche Leben, IHREM Alltag, wirklich ALLES tun, um die Umwelt zu schützen. DA denken nämlich die meisten nicht weiter als bis zu ihrer Haustür.

  2. Wer ist Dina Graetz ???? Diese Frau, von der Partei Bündnis 90/die Grünen, hat ja von grüner Naturschutzpolitik absolut keine Ahnung. Sie sollte sich nicht zu Themen äußern von denen sie nichts versteht. Eine solche Person ist blamabel für die gesamte Partei und für alle die Naturschutz betreiben.

  3. Die Aussage zu den (laut Frau Graetz nicht vorhandenen) bedrohten Tierarten bei gleichzeitiger Zitierung des Gutachtens (in dem das Gegenteil nachzulesen ist) ist schockierend. Ich habe Frau Graetz gerade eine mail mit der Bitte um Richtigstellung ihrer Aussage geschrieben, ich bin ja mal gespannt. So verliert man tatsächlich Wähler….

  4. grundsätzlich stimme ich den sachlichen Inhalte der Kommentare zu und finde es ebenfalls sehr bedenklich, wenn sich politische Parteien oder deren Vertretung als völlig sachunkundig erweisen.
    Erst recht, wenn diese Partei den Umweltgedanken als einen der wichtigsten Punkte, wenn nicht gar als den wichtigsten, in ihrem Programm stehen hat. Auch ich werde mein Kreuzchen auf kommunaler Ebene vorerst nicht mehr den Grünen geben.
    Was ich aber sehr bedenklich finde, ist die Art und Weise, wie Frau Graetz/die Grünen persönlich und unsachlich diffamiert werden. Das hat nichts mit den Regeln einer Diskussion zu tun und sehe ich eher als kontraproduktiv denn als hilfreich für die Gegenwind-Sache an. Ich kann nur hoffen, dass dieser Stil keine Schule macht und weiterhin die Themen sachlich diskutiert werden.

    1. Sehr geehrter Herr Gath,

      grundsätzlich haben stimme ich Ihnen zu, was sie Sachlichkeit bei Diskussion angeht. Bei einer Antwort, wie ich Sie von Frau Graetz/ Die Grünen zu diesem ureigenen Grünen-Thema gelesen habe, fällt mir das aber sehr schwer. Entweder hat sie sich mit der Thematik überhaupt nicht beschäftigt, und/oder ist völlig inkompetent.
      Sorry, hier fühle ich mich gelinde gesagt veräppelt!

  5. Hier der Text meiner Mail an die Grünen/Frau Graetz:

    Sehr geehrte Frau Graetz,

    sind Sie sich bewusst, welche Aussage Sie in Ihrem Schreiben an Frau Prinz von der BI Gegenwind in Schevenhütte gemacht haben?

    Sie sagen dort: „Soweit uns bekannt ist, befinden sich jedoch keine bedrohten Tierarten in dem betroffenen Gebiet.“

    Nur zu Ihrer Information:
    In dem betroffenen Gebiet leben nachweislich unter anderem Biber, Haselmaus, Baummarder, Wildkatze, Rotwild und diverse Fledermausarten wie Zwergfledermaus, Kleiner Abendsegler, Breitflügelfledermaus, Fransenfledermaus, Bartfledermaus, Wasserfledermaus, Großes Mausohr, Großer Abendsegler, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus und Langohrfledermaus. Außerdem zahlreiche Vogelarten wie Rot- und Schwarzmilan, Mäusebussard, Sperber, Habicht, Turm- und Baumfalke, Waldohreule, Waldkauz, Uhu, Schwarz-,Mittel- und Kleinspecht, Waldschnepfe, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Baumpieper, Hohltaube, Kolkrabe, Graureiher, Schwarzstorch. Zur Zugzeit im Frühjahr und Herbst halten sich hier zusätzlich regelmäßig und über längere Zeit Fischadler auf und das Gebiet wird jährlich von tausenden Kranichen überflogen.

    Welcher Partei gehören Sie doch gleich an?

    Die Grünen???

    Bleibt nur zu hoffen, dass ihnen und Ihrer Politik auch in ökologischer Hinsicht niemals mehr jemand vertrauen wird, ansonsten sieht es nämlich in Ihrem Einflussbereich bald so aus, wie Sie es bereits für den Laufenburger Wald annehmen: „keine bedrohten Tierarten in dem betroffenen Gebiet“ und zwar für immer!

    Abfälligst Ihr Ex-Wähler

    Lars Krüger

    P.S.: Einer Partei, der nicht auffällt welch inkompetente Ignoranten sie in einem Stadtparlament vertreten, werde ich in Zukunft auch auf allen anderen Ebenen meine Stimme verweigern!

  6. Folgende E–Mail habe ich gerade eben an die Grünen gesandt:

    Frau Graetz,
    aufgrund ihrer unqualifizierten Äusserungen gegenüber der BI Gegenwind in Schevenhütte bezüglich des Windparks Laufenburg möchte ich ihnen mitteilen, dass sie ab sofort eine Wählerstimme weniger haben.
    Desweiteren möchte ich ihnen vorschlagen, wie auf ihrer Homepage abgebildet, bei der Stadt Stolberg den Bau von 30 m kleinen Windrädchen neben der Burg zu beantragen, diese würden garantiert ihren geistigen Horizont nicht überschreiten.
    PS: Ich bin erschüttert, welche selbstherrlichen Lokalpolitiker sich in dieser Provinzposse tummeln, die allen Ernstes behaupten die Meinung der Bürger zu vertreten.

    Georg Pickartz

  7. Ich bedauere inzwischen sehr, in der Vergangenheit mehrfach meine Stimme der Grünen Partei gegeben zu haben. Dieser Verein hat nichts mehr mit seinen ursprünglichen Zielen gemein. Blinde Klima-Lobby-Politik auf Kosten der Umwelt. Wer von den Grünen Stolberg war persönlich im Laufenburger Wald? – Hier zeigt sich einmal mehr, man hat sich eben nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt und folgt blind den Vorgaben der Regierungs-Grünen. Liebe Grüne aus Stolberg, betreut Streuobst-Wiesen oder sorgt für saubere Bachläufe … aber bitte glaubt nicht, ihr könntet Klimapolitik auf der Ratshinterbank betreiben. Viele Grüße aus dem Naturpark Nordeifel.

  8. Sehr geehrte Frau Graetz,

    vielen Dank für die verspätete und teilweise Beantwortung meiner Anfrage.

    Mir ist der Ablauf des Verfahrens durchaus bekannt und somit auch die Tatsache, dass die zu rodenden Flächen im Detail noch nicht bekannt sind. Ich hatte allerdings gehofft, dass man sich als “grüner” Politiker mit dieser Frage vor Zustimmung zur Flächennutzungsplan-Änderung auseinandersetzt. Dies alleine lässt schon darauf schließen, dass Sie sich mit dem Thema “Windkraftanlagen im Wald” wohl doch nicht allzu intensiv auseinandergesetzt haben.

    Weiterhin ist Ihre Aussage: “Oft ist der Ausgleich (Anm. zur gerodeten Fläche) sogar ökologisch wertvoller” in keiner Weise nachvollziehbar. Wie lässt sich die Zerstörung eines der letzten unzerschnittenen Waldgebiete, eines der letzten ursprünglich erhaltenen Ökosysteme in unserer Region, mit wertvollen schützenswerten Tierarten und Biotopen überhaupt rechtfertigen?

    Sollte Ihnen der Schutz bedrohter Tierarten wirklich so am Herzen liegen, wie in Ihrem Schreiben behauptet, hätten Sie gut daran getan, das erwähnte “unabhängige” Raskin-Gutachten auch einmal gründlich durchzulesen. Damit Sie einen kleinen Einblick in dieses Gutachten bekommen füge ich zur Information gerne einen Auszug als Anlage bei.

    Vielleicht wird Ihnen der Widerspruch zwischen dem Bau einer Windkraftanlage im Wald und der Verfolgung der Biodiversitätsstrategie doch noch bewusst, wenn Sie sich einmal eingehender mit den Gegebenheiten im Laufenburger Wald auseinandersetzen und nicht blind den vorgegebenen Meinungen anderer folgen.

    “Das betroffene Gebiet ist nicht besonders wertvoller aus ökologischer Sicht im Vergleich zu einer Wiese.” Dieser letzte Satz hat mich völlig aus der Bahn geworfen. Wenn Sie wirklich diese Meinung vertreten, sitzen Sie meines Erachtens bei der falschen Partei am falschen Platz. Dass man ihrerseits das Projekt mit gutem Gewissen verfolgt, liegt wohl eher daran, dass das Gewissen durch andere Tatsachen beruhigt wird.

    Ihrer Hoffnung, meine Fragen damit ausreichend beantwortet zu haben, kann ich leider nicht entsprechen.

    Ihre Zustimmung vorausgesetzt, werde ich Ihre Antwort auf meine Fragen auf unserer Homepage “windpark-laufenburg.de” veröffentlichen.

    Weiterhin möchte ich an unser Schreiben vom 07.02.2015 erinnern, mit welchem wir um einen Gesprächstermin mit der Bündnis90/Die Grünen baten.

    Sylvia Prinz


  9. Vielleicht sollten Die Grünen das Gutachten mal aufmerksam lesen:

    Zitat aus dem Artenschutzgutschten (raskin ASP (Stufe II): Errichtung von bis zu 6 WEA im Laufenburger Wald 23):
    „Die Tötung einzelner Individuen des Fischadlers zu den Zugzeiten im Frühjahr und im Spätsommer/Frühherbst durch Kollision mit den WEA ist hingegen nicht auszuschließen. Nach der Revision von ILLNER (2012) wird das Kollisionsrisiko für den Fischadler als sehr groß eingestuft. Bei relativ kleinen Brutbeständen sind in der Schlagopferkartei bereits sechs Fischadler aufgeführt. Es konnten im Frühjahr wiederholt bis zu sechs Fischadler gleichzeitig im Umfeld der Talsperre festgestellt werden (Karte 1). Gelegentlich jagten sie im Bereich der Talsperre, regelmäßiger suchten sie jedoch die Fischteiche südlich Schevenhütte auf und kehrten meist erfolgreich mit Fischen im Greif zur Talsperre zurück, um dort ihre Beute zu kröpfen. Mehrfach wurden Fischadler dabei auch im Umfeld der südlichen Planstandorte 1 – 3 beobachtet; sowohl fliegend als auch Beute in hohen Randbäumen der Kahlschlagsflächen kröpfend. Laut Norbert Franzen verweilen seit vielen
    Jahren einzelne Fischadler, insbesondere auf dem Wegzug zwischen Ende August und Anfang Oktober wochenlang“

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